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"Vom Korn zum Korn"
  Bei den Griechen vergeht kein Tag ohne einen Ouzo, die Russen kippen ihren Wodka, die Italiener schwören auf Grappa, ein Mexikaner ordert Tequila. Der Franzose genießt Cognac, der ,Schotte trinkt seinen Whisky, der Holländer bestellt einen Genever, der Norweger oder Däne einen Aquavit - das Wasser des Lebens. Und die Deutschen? Ihre Lieblingsspirituose ist der Korn. Korn ist dabei doch der reinste Drink weit und breit. Bereits seit 80 Jahren gibt es im Branntweinmonopolgesetz ein strenges Reinheitsgebot für Korn, Es dürfen nur edle Rohstoffe wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Buchweizen verwendet werden. Wie auch die umweltschonende Verwertung des Korns. Denn das selbsterzeugte Korn wird in der eigenen Brennerei verarbeitet. Der Abfall – sprich die Schlempe – wird ans eigene Vieh verfüttert und der Dung vom Vieh kommt als Dünger auf den eigenen Acker zurück. Eine wundervolle umweltschonende Kreislaufwirtschaft.
Es ist verboten, dem Korn irgendwelche Geschmackszusätze beizugeben. Und schließlich darf Korn auf keinen Fall mit anderem Alkohol gemischt werden, andernfalls darf er sich nicht Korn nennen. Klar: Geschmack, Bukett und Aroma des Korns werden allein durch das gebrannte Getreide die Kunstfertigkeit des Brennmeisters, die Qualität des Wassers und durch eine sorgfältige Lagerung bestimmt.
Mehr noch: Jede Kornmarke hat seit jeher ihre besondere Note. Jahrhundertalte Rezepte werden von Generation zu Generation überliefert und bleiben wohlbehütet im Familienbesitz. Ein Brennmeister muss über ein hohes Maß an technischem Knowhow und Erfahrung verfügen, damit die gleichbleibend hohe Qualität des Korns gewährleistet ist. Ein Roggenkorn schmeckt zum Beispiel ausgesprochen würzig, ein Weizenkorn dagegen mild. Eichenholz-Fasslagerung gibt Korn einen Gelbton. Deshalb: Korn ist ein Klarer, aber nicht jeder Klare ist ein Korn.

Vom FESTEN KORN zum KLAREN KORN:

  1. Mit Hilfe von Wasser und Wärme wird im Getreidekorn die Stärke freigelegt, es entsteht ein Brei, die sogenannte Maische
  2. Der Maische wird Gerstenmalz zugesetzt, das eine Umwandlung der Stärke in Zucker bewirkt.
  3. Zur Gärung pumpt man die verzuckerte Maische in Gärkessel, wo der Zucker durch den Zusatz von Hefe in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird.
  4. Die vergorene Maische wird in den Destillierapparat gepumpt und zum Sieden gebracht. Der Siedepunkt des Alkohols liegt niedriger als alle anderen Maischebestandteile und steigt deshalb in Form von Dampf zuerst in die Spitze des Brennapparats. Dort wird er aufgefangen, abgekühlt und wieder verflüssigt in einem angeschlossenem Behälter gesammelt. Zurück bleibt die vom Alkohol befreite Maische sie wird Schlempe genannt. Die Schlempe wird als wertvollstes Eiweißfutter an die Bullen verfüttert.
  5. In einer zweiten Destillation wird der Rohbrand von den unerwünschten Geschmacks- und Geruchsstoffen befreit. Das Ergebnis: Ein reiner Feinbrand
  6. Das Feindestillat hat noch über 90 % Vol. Alkohol. Es wird mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt und fertig ist der Korn. Ein normaler Korn muss mindestens 32 % Vol. Alkohol enthalten, ein Doppelkorn, Edelkorn oder ein Kornbrand mindestens 37,5 % Vol.
  7. Ca. 80 % aller Kornspirituosen werden aus Weizen und ca. 20 % aus dem kräftigeren Roggen hergestellt. Zur Herstellung einer Flasche Weizenkorn (0,7 lt. - 32 % Vol.) sind 0,6 kg Weizen oder rund 13.000 Weizenkörner erforderlich. Das heißt: in einem Gläschen (2 cl) stecken ca. 370 Weizenkörner. In einem Glas Korn von 32 % Vol. sind 5,1 g reiner Alkohol enthalten. Der Staat erhebt auf den Alkohol eine sehr hohe Branntweinsteuer, an der unser Staat jährlich fast eine Milliarde € verdient.

Einen Korn verkostet man ungekühlt, um die Qualität zu prüfen. Hat man sich von der guten Qualität überzeugt, so genießt man Schluck für Schluck einen guten Korn - aus dem Hause Meistermann.

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